Zählt meine Meinung denn gar nicht?


Das geplante große Gewerbegebiet bei Sennewitz

Die geplante Nordosttangente in Halle Saale
Mehr Lkw-Verkehr, Lärm und Feinstaub durch Gewerbegebiete und die Nordtangente parallel zur Autobahn.
Wir möchten auf dieser Seite alle uns bekannten Fakten über das geplante Gewerbegebiet Sennewitz und Nordtangente zusammentragen. Bitte schick uns eine Email wenn Du mehr weißt oder wir etwas ändern solllen.

Das geplante Gewerbegebiet Alte Kaserne bei Sennewitz


Was bisher geschah: Ausschnitte aus der Mitteldeutsche Zeitung:

Worum geht es?

Innerhalb der letzten Monate wurden im Gewerbepark Star-Park an der A14 mit Schaeffler und Home24 zwei große Logistikunternehmen angesiedelt, und ist nun mit 75% ausgelastet. Der Stadtrat und der OB gehen von einem weiteren Wachstum der Logistikbranche aus, und wollen nun weitere Gewerbeparks vorbereiten, hauptsächlich Oppin (175 ha groß, 100 Mil. € nur für die Erschließung), aber auch Sennewitz. Diese Gewerbeparks sollen mit der neuen Osttangente bei Peißen und dem Hafen Trotha verbunden werden - durch eine neu zu bauende Nordtangente.
Diese Nordtangente soll den LKW-Verkehr vom Trothaer Hafen über Gewerbepark Sennewitz und Oppin bis Peißen zur B100, A14 und Osttangente leiten - und gleichzeitig den Verkehr aus der Innenstadt nach draußen verlagern.
Der Trothaer Hafen soll somit endlich als Container-Umschlagsplatz (LKW↔Schiene) voll genutzt werden, nachdem er im Januar 2018 zum Container Terminal Halle (Saale) umbenannt wurde.
Der Gewerbepark Sennewitz ist ein stategisch sehr wichtiger Standort des Eigentümers "Finsterwalder Transport und Logistik GmbH", eine Tochtergesellschaft der Fiwa AG aus Türkheim (Allgäu) mit eigenem Gleissanschluß in Halle und mehr als 200 LKW's allein in Halle, da er direkt zwischen Hafen und dem geplanten 175 ha großen Gewerbepark Oppin liegt. Mit einer 4. Saalebrücke am Trothaer Hafen und Verlängerung der Nordtangente in Richtung Lettin ist mit einer großen Nordtangente die direkte Verbindung zur kommenden Autobahn A143 vorhanden, ebenso wie die direkte Verbindung zur A14, Osttangente und B100 bei Peißen.

Da bekommt der Satz "Mitteldeutschland sei eine Logistik-Drehscheibe." für den Gewerbepark Sennewitz eine neue Dimension. Und Sven Köcke, Leiter Marketing/Vertrieb/Immobilien von Finsterwalder, weiß wovon er spricht, er gehört dem Logistikbeirat des Landes Sachsen-Anhalt an und ist Vorstandsvorsitzender der Landesfachkommission Verkehr beim Wirtschaftsrat Deutschland[1]. Das Halle eine Logistik-Drehscheibe für Deutschland wird, zeigt auch die Deutsche Bahn (ein aktueller Großkunde von Finsterwalder), welche weit über 400 Millionen Euro in die Modernisierung des Knoten Halle/Saale investierte. Zitat Köcke: Damit werde sich die Attraktivität Sachsen-Anhalts für Logistik-Unternehmen weiter erhöhen.

Trasse der Nordtangente von B100 über Trothaer Straße bis Lettin und Salzmünde
Klicke auf die Karte, um die Nordtangente in Google Maps zu sehen.


Dazu passen auch die Pläne von Halles neuer Baudezernet René Rebenstorf (Wahl-Stuttgarter): "Die B80 nimmt den Verkehr der A143 auf, der auf die A9 oder A14 will. Es fehlt eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung, die nicht durch die Innenstadt geht." Quelle: Top Magazin Halle (Saale)
Da er im gleichen Artikel keine südliche Variante sieht, wird er (wie der Stadtrat) die nördliche Variante favorisieren: die neue Nordtangente, die weniger als 500m-700m an Sennewitz vorbei führen soll. Die Nordtangente könnte also nicht nur den LKW-Verkehr der neuen Gewerbegebiet und Container Terminal Halle aufnehmen, sondern auch den Verkehr von der B80 und A143 zur und von der A9 und A14. Deshalb gibt es Überlegungen die Nordtangente (wie teilweise die Osttangente) vierspurige zu bauen.
Unserem Wissen nach sind das nur Überlegungen, aber vieles davon hat sich in den letzten Wochen konkretisiert. Wir hoffen, der Baudezernet liest sich die Gutachten durch und rechnet einmal nach: Die Strecke der großen Nordtangente von der A143 über Lettin, Trotha bis zur B100/A14 bei Peißen ist 17km lang. Die gleiche Strecke kann aber auch ohne Nordtangente über die A143 bis hoch zur A14 und dann weiter auf die A14 bis Peißen gefahren werden (23km) - und so ist es auch von den Planern der A143 vorgesehen. Die Strecke über die Nordtangente ist etwas kürzer, man braucht dafür aber länger, da mehrere Kreuzungen vorhanden sind und die Durchschnittsgeschwindigkeit viel geringer als auf der Autobahn ist.

Was ist so schlecht daran?

Logistikbranche klingt nicht so schlecht, heißt aber für die Bürger: LKW-Verkehr und große Flächen mit Lagerhallen.
Und die viele Jobs, die in Aussicht gestellt werden? Leider sagt jede Studie über die Zukunft der Arbeit gerade für diese Branche den Wegfall der meisten Jobs voraus.
Auch zählt die Transport- und Logistikbranche laut einer Studie der Zeitschrift WELT als unattraktivster Arbeitgeber.

Aber Finsterwalder sagt doch, dass geplant sei, in der Kaserne neben den bereits ansässigen Unternehmen hauptsächlich weitere Handwerks- und Gewerbebetriebe, Büro- und Lagermieter sowie Verwaltungsdienstleister oder auch öffentliche Einrichtungen anzusiedeln. Das Gleiche und viel mehr plante das Land und die Stadt auch für den Star-Park, und nun gibt es da praktisch nur Logistikunternehmen. Zitat Bildungsminister Marco Tullner (Chef des CDU-Kreisverbandes Halle) nach der Ansiedlung der Schaeffler-Gruppe (eine der größten Firmenansiedlungen seit der Wende in Halle und in Sachsen-Anhalt) im Star Park Halle. „Bei aller Freude über neue Jobs. Hier werden Chancen verspielt. Strategische Wirtschaftspolitik sieht anders aus“. Und weiter kritisiert er OB Wiegand:
„Der Star Park wurde von Land und Stadt entwickelt, um innovative und produzierende Zukunftsbranchen in Halle anzusiedeln. Wissenschaft und Wirtschaft sollten besser vernetzt, mehr Perspektiven haben. Und gut bezahlte Jobs sollten entstehen. Jetzt kämen die Logistiker. Nach DHL, Hellmann, Fiege und Radial ist Schaeffler bereits das fünfte große Logistikunternehmen, das sich im Star Park niederlässt.“
Was wohl Herr Minister Tullner gesagt hat, als danach mit Home24 noch ein großes Logistikunternehmen angesiedelt wurde?

Das Gewerbegebiet Sennewitz ist für die versprochenen Dienstleister und Handwerker zu schlecht öffentlich angeschlossen, für Logistikunternehmen mit der geplanten Anschlüssen zu den Autobahnen aber ideal. Wie hoch ist den jetzt die Auslastung nachdem das Finanzamt rausgezogen ist? Wieso sollten sich diese Dienstleister und Handwerker dort ansiedeln, wenn sie es in den vielen verfügbaren Gebäuden am Rande von Trotha nicht machen? Wieso schreibt die Gemeinde Petersberg Entwicklungskonzept Gemeinde Petersberg - 2030 zum Thema "Gewerbeflächen":
In den vergangen Jahren wurde aufgrund mangelnder Nachfrage auf einem Teil dieser Standorte Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichtet.
Und selbst für Logistikunternehmen ist der Gewerbepark Oppin direkt an der A14 lukrativer. Wo soll der Bedarf an Gewerbeflächen auf einmal herkommen?

Wieso hat die Stadt Halle und Finsterwalde so großes Interesse an den Flächen, die zur Gemeinde Petersberg im Bereich des Gewerbeparks liegen?
  Sennewitz Plan
Die Nortangente und Teilflächen des geplanten Gewerbeparks liegen auf Gebieten, die zur Gemeinde Petersberg gehören. Die Nordtangente kann nicht ohne diese Flächen wie geplant gebaut werden. Die Gemeinde Petersberg wird auf der Einwohnerversammlung in Sennewitz am 22.10. 19 Uhr in dee Grundschule sicher mehr dazu sagen.

Woher nimmt die Stadt die vielen Millionen für die Erschließung der Gewerbeparks und den Bau der Nordtangente? Hat nicht das Landesverwaltungsamt am 11. September eine Haushaltsnotlage der Stadt bestätigt?
Kein Problem, die Stadt bezahlt wenig, da das Land wie beim Star-Park bezahlen wird, und damit der Steuerzahler. Und ob Papenburg wieder einen großen Anteil der Ausschreibungen gewinnt, wissen wir wirklich nicht.

Wenn man den Gewerbepark Sennewitz nicht als Logistikzentrum ausbaut, ist dann die Nordtangente nicht dennoch sinnvoll um die Stadt zu entlasten?
Nein, mehr Straßen führt nur zu noch mehr Verkehr und schwächt den Öffentlichen Nahverkehr. Siehe auch die Fakten im aktuellen Artikel im SPIEGEL Konzepte für eine bessere Verkehrspolitik - Endlich Schluss mit dem Stau. Im Falle einer Nordtangente mit Saalebrücke würde sogar der Autobahnverkehr von der A143/A14 abgezogen werden. Verkehrsstudien zeigen, dass es keine nennenswerte Auswirkungen auf den Stau der Saalebrücken Hochstraße und Giebichensteinbrücke gibt - erst recht nicht, wenn die A143 fertig gestellt wird.

Und was ist mit den in Aussicht gestellten Gewerbesteuereinnahmen?
Geht man vom Star-Park aus (101 Mil. €, 35 Mil. € Erlös aus Flächenverkauf, 50000 € Gewerbeeinahmen [1]) kann man mit einer Rendite von 0.07% pro Jahr rechnen. Gut wirtschaften sieht anders aus.


Welchen Einflüß haben die Pläne auf unsere Umwelt und Natur?
Christian Feigl (Grüne) hatte im Stadrat erklärt, durch den Straßenbau würden Grüngebiete zerstört. Unter anderem wird das Landschaftsschutzgebiet „Seebener Berge und Feldflur“ tangiert, siehe Überregional bedeutsame Kerngebiete des Biotopverbundes in der Stadt Halle (Saale) und hier ab Seite 73.
Ebenso wichtiger ist das Gebiet um den Französenstein und der Fahrradweg zum Petersberg mit all seiner Natur, der gleichzeitig Teil des Lutherweges und des europäischen Fernwanderweges E11 ist (siehe auch diese Bilder).
Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt - sondern von unseren Kindern geliehen.

Es ist legitim, dass der Stadtrat Halle und Finsterwalder ihre Interessen vertreten.
Ebenso legitim ist es, dass die Bürger ihre Interessen und die Interessen der Umwelt vertreten!
Wir können nur informieren, handeln musst Du!

Noch kannst Du die Nordtangente und den Gewerbepark Sennewitz verhindern!

Informiere Deine Mitmenschen, drucke dies hier aus und verteile es!