Nein zum Logistikpark mit angeschlossener Nordtangente!

Was kann ich tun?

Vorstellung der geplanten Nordtangente in Halle Saale vom Baudezernet
Ein 250 Fußballfelder großes Gewerbegebiet mit anschlossener Nordtangente direkt bei Tornau, Mötzlich, Seeben, Gottfried-Keller-Siedlung, Frohe Zukunft, Zöberitz und Sennewitz.

Die Stadt hat aufgrund der Bürgerproteste ihre Entscheidung zur Nordtangente verschoben (nach Fertigstellung von Osttangente und A143). Sie schafft aber mit dem geplanten riesigen Gewerbepark bei Tornau die Voraussetzungen für mehr Lkw-Verkehr und damit weitere Gründe für eine Nordtangente.


Unterschreibe auch Du die jetzt gestartete Petition Nein zur Nordtangente und dem Gewerbepark Tornau!



Am 7.11.2018 erklärten Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand und Bauderzenent René Rebenstorf ihre Pläne zur Nordtangente und den geplanten Gewerbegebiete im Norden von Halle. [1] [2] [3]
Die Nordtangente soll ein geplantes Groß-Gewerbegebiet bei Tornau, eins bei Sennewitz und Trothaer Hafen mit der A143, Osttangente, B100 und A14 verbinden.
Wir möchten auf dieser dieser Webseite alle bekannten Daten zusammentragen und damit dem Informationsbedarf der betroffenen und interessierten Bürger Rechnung getragen.


Planungen für Gewerbepark und Nordtangente

Trasse der Nordtangente von B100 bis Trothaer Straße
Klicke auf die Karte, um die Nordtangente in Google Maps zu sehen.

Mit dem geplanten Gewerbegebiet werden nicht nur Fakten geschaffen, sondern auch die Notwendigkeit und EU-Förderbarkeit für eine Nordtangente. Hier einige Gründe, warum eine Nordtangente verhindert werden muss:

Steuerverschwendung

Allein die Osttangente kostete über 100 Millionen Euro. Die geplante Nordtangente von der B100 bis zum Hafen Trotha wird genauso lang, der Weiterausbau bis nach Kröllwitz/Lettin mit einer 3. Saalebrücke wird die Kosten vervielfachen. (Man sollte eher von 4. Saaleüberquerung sprechen, da die Brücke der A143 nur 5km weiter weg eventuell sogar eher fertig gestellt wird.) Die Verkehrslage in Halle (selbst zu Stoßzeiten wie freitags 15 Uhr) rechtfertigt kaum die Kosten der A143, und erst recht nicht eine zweite parallele Schnellstraße wie die Nordtangente. Siehe auch Verkehrslage-Analyse und die existierenden Gutachten.

Überflüssig

Mit der A14 und der künftigen A143 (mit eigener Saalebrücke) ist eine doppelte nördliche Umgehungsstraße überflüssig.

Die Nordtangente soll die Magdeburger Chaussee und die Köthener Straße am nördlichen Stadtrand von Halle mit der Osttangente am östlichen Stadtrand bei Peißen verbinden. Der Verkehr nutzt dafür heutzutage die innerstädtische, fast durchgängig zweispurige Route. Außerdem gibt es außerstädtische außerstädtische Alternativrouten: über Gutenberg-Oppin-A14-Peißen oder über Seeben-Tornau-Mötzlich-Peißen (ähnlich zur geplanten Nordtangente). Die zwei außerstädtischen Routen sind jedoch auch zu Stoßzeiten extrem wenig befahren. Selbst die CDU als großer Befürworter der Nordtangente schreibt "gute Verbindung, Nordtangente wäre aber bei Störung sinnvoll". Ganz konkret waren diese Störungen 3 extreme Staus in der Innenstadt, verursacht durch die Vollsperrung der A14, welche wiederum verursacht wurde durch zum Teil tödliche Unfälle im Baustellenbereich. Seit dem die Reparatur der A14 zwischen Abfahrt Tornau/Oppin und Trotha dem Ende entgegen geht, hat sich die Situation merklich entspannt. Keiner würde auf die Idee kommen, eine parallele Straße zu einer Autobahn zu bauen, nur um solche nichtvorhersehbaren Vollsperrungen aus dem Wege zu gehen. Wieso aber die Stadtverwaltung Halle? Selbst beim Jahrhunderthochwasser musste keine der vorhandenen beiden Brücken geschlossen werden.

Mit der A143 wird die Nordtangente überflüssig
Mit der A143 und deren Saalebrücke wird die Nordtangente, die parallel zwischen Stadtrand und zur A143 und A14 führt, überflüssig. [Bildquelle]

Selbst der Ost-West-Verkehr profitiert nicht von der Nordtangente: Von Salzmünde bis Peißen benötigt man über die neue A143 und A14 12 Minuten (22,7km bei 110km/h), über die Nordtangente 14 Minuten (16,2km bei 70km/h) bei optimistischster Annahme (Grünphase bei allen Ampeln, durchgängig mind. 70km/h erlaubt und neue direkter Autobahnanschluß oberhalb von Mötzlich)! Fazit: Der Ost-West-Durchgangsverkehr benötigt keine neue (langsamere!) Trasse, siehe auch Karte und weitere Studien. Sinnvoll ist die Nordtangente nur für die Bürger aus Sennewitz und Seeben, die nach Peissen zum Einkaufen fahren wollen, bzw. für die Bürger aus Mötzlich und Tornau, die zum Trothaer Hafen wollen. Aber gerade laufen gegen die Nordtangente Sturm!

Nicht jede Stadt braucht eine Tangente, wie die CDU behauptet

Welche Städte haben im eher dünn besiedelten Osten ein Tangenten-System? Antwort: Berlin und große Städte im Westen! Das sind keine Vorbilder für Halle mit der geringsten Pkw-Dichte im Land1 2. Und viel wichtiger ist die Frage: In welchem Abstand zum Stadtrand verläuft die Umgehungsstraße? Wir in Halle werden mit der A143 und der A14 eine der besten Umgehungstraßen haben - nur 5 km (im Norden) bzw. 1 km (im Osten) von der Stadtgrenze entfernt! Im Westen sind es nur 1km zur A143 und Südwesten 5km zur A38. Wieso muss für viele Millionen Euro eine zusätzliche Schnellstraße zwischen Stadtrand und der Autobahn gequetscht werden?

Stauvermeidung?

Die größte Stau-Ursache im Norden von Halle ist nicht die fehlende Nordtangente, sondern der Hafen Trotha. Pünklich zur Rushhour fährt ein unendlich langer Güterzug in Schrittgeschwindigkeit durch Trotha und kreuzt dabei die Magdeburger Chaussee und die Köthener Straße. Der Zug muss bei der Straßenüberquerung zusätzlich lange halten, da die Schranken (vermutlich) manuell bedient werden. Bevor der Güterzug kommt, fließt der Verkehr flüssig - die Autos fahren teils in großen Abständen (500 m). Nachdem der Zug dann endlich durch ist, hat sich der Verkehr bis über die Stadtgrenze hinaus aufgestaut. Dieser Stau baut sich in der nächsten Stunde nicht ab, da durch die Rushhour mehr Fahrzeuge nachkommen als über die Ampelkreuzung abfließen. Auf beiden nördlichen Einfallstraßen kommt es somit mehrmals zu starken Verkehrsstörungen (vergleichbar mit kleinen Unfällen), und diese werden mehr: Der "Schwerlastverkehr" soll durch die Nordtangente mit dem Trothaer Hafen (nun nach 60 Millionen Verlust in Container Terminal Halle umbenannt) und den Autobahnen A14 und A143 angebunden werden.

Wird die Nordtangente Staus auf der Hochstraße und Giebichensteinbrücke vermeiden? Die Gutachten sagen ganz klar nein:
Die Nordtangente führt zur keiner Verringerung des innerstädtische Verkehrs oder Anlieferverkehrs in Halle, da innerstädtische Routen kürzer, direkter und meist schneller sind. Auch eine Verringerung des Halleschen Durchgangsverkehrs ist nicht zu erwarten. Dieser beträgt jedoch sowieso nur 5,3% auf der Hochstrasse und 2,8% auf der Giebichensteinbrücke. Quelle: Verkehrszählung der Stadt Halle und Gutachten des Verkehrsplanungsbüros Stadt–Verkehr–Umwelt. Eine kleinteilige Lösung einer 3. Saalebrücke ohne Nordtangente bringt für die Giebichensteinbrücke eine 20% Entlastung - mit der Fertigstellung der A143 mit deren Saalebrücke wäre diese Verbindung jedoch obsolet (Quelle: Gutachten 2015).

Mehr Straßen führen nicht zur Stauvermeidung, im Gegenteil: Durch die Bevorzugung des Autoverkehrs werden ÖPNV unattraktiver und verlieren an Fahrgästen, was wiederum sinkende Einnahmen bedeutet. In den Städten, wo die Taktraten des ÖPNV erhöht wurden, sinkt der Autoverkehr: Die ÖPNV-Studie der Beratungsagentur Civity belegt den sogenannten „Schienenbonus“ in deutschen Städten. Je höher der Anteil schienengebundener Abfahrten ist, desto höher ist auch der Marktanteil des Nahverkehrs. Das ist das Fazit aus dem Vergleich von 50 Städten.
Genauso wichtig zur Stauvermeidung ist der Ausbau der Fahrradwege: Die Verkehrsleistung, also alle in Deutschland per Rad zurückgelegten Kilometer, ist gegenüber 2008 um ein Fünftel gestiegen. Dieser Anteil könnte sich verdoppeln, wenn die gefährlichsten Stellen (z.B. Reileck und Trotha) endlich entschärft werden.
Wir hoffen, dass unser Stadtrat weiß, was andere Städte tun, um den Autoverkehr und Emissionen zu reduzieren. Siehe auch den Artikel "Was Städte jetzt ändern müssen".

Umwelt & Natur

Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt – sondern von unseren Kindern geliehen.

Die Trasse geht durch viele grüne Gebiete. Beispiel: Eine der schönsten Strecken des Lutherwanderwegs und europäischer Fernwanderweges E11 würde direkt betroffen sein. Die Gegend um den Franzosenstein wird von vielen Hallensern aus Ausflugsziel mit Hund und Familie genutzt. Zu jeder Zeit trifft man hier Jogger, Hundebesitzer, Fahrradfahrer. Sieh dir hier Bilder an, die es vielleicht nicht mehr bald gibt. Direkt betroffen ist auch der Radweg Halle-Petersberg und Saale-Fuhne-Radweg.

Weiteres Beispiel: Der Posthornteich ist ein Naturbiotop mit 182 verschiedene Pflanzenarten, 94 Vögel- und 21 Libellenarten, darunter eine Vielzahl von Arten der "Roten Liste". Daher wird dieses Gebiet von vielen Naturliebhabern als Beobachtungsparadies geschätzt.1

Die Nordtangente soll auch deshalb gebaut werden um ein neues riesiges Gewerbegebiet nahe Tornau und Oppin zu erreichten. 175 ha (so viel wie 250 Fußballfelder) sollen betoniert werden, direkt am Lutherwanderweg und Europawanderweg E11. Dieser verläuft dann an einem riesigen Industriegebiet anstatt an Wälder und Felder. Mindestens 100 Millionen Euro will die Stadt dafür bezahlen. Ein riesiges Sponsoring der Logistikbranche für mehr LKW-Anlieferverkehr.

Die geplante Saalebrücke selbst beeinträchtigt das Naturschutzgebiet "Brandberge", Landschaftsbestandteile im Bereich der Götschemündung mit seiner ausgedehnten und vielfältigen Saaleauenlandschaft, das flächenhafte Naturdenkmal "Saaleuferstreifen nördlich Kröllwitz" und Feuchtgebiete südlich der Kiesgrube gehören. Diese arten- und strukturreichen Landschafts- und Naturbestandteile sind im Landschaftsschutzgebiet "Saaletal" gelegen (AHA).

Ebenso tangiert der Straßenbau das Landschaftsschutzgebiet „Seebener Berge und Feldflur“ [1] [2, ab S.74]

Vernichtung der besten Ackerböden Mitteleuropas

Zitat von Harald Meller, Chef des Landesamtes für Archäologie und Direktor des Landesmuseums:
"Grundlage [für die vielen gefunden urgeschichtliche Zeugnisse wie die Himmelscheibe] ist, dass wir das Silicon Valley der Vorgeschichte sind. Jeder wollte hierher, weil hier die besten Böden Mitteleuropas sind – tiefgründige Schwarzerden, auf denen man perfekt Ackerbau betreiben kann."
Siehe auch den Bericht im Spiegel 20/2018: Deutsche Landschaften verschwinden unter Beton - Überall neue Gewerbegebiete, Siedlungen, Straßen: Wie soll das Land aussehen, in dem wir leben? und die geringe weltweite Verteilung der Schwarzerde.
Land ist kein nachwachsender Rohstoff!

Bürger und Anwohner

Die geplante Tangente geht meist nur wenige Meter (maximal jedoch 300 m) an folgende Orte bzw. Stadtteile vorbei: Zöberitz, Mötzlich, Frohe Zukunft, Tornau, Gottfried-Keller-Siedlung, Seeben, Trotha, Sennewitz. Mit dem Bau der Saalebrücke kommen Kröllwitz, Heide-Nord, Lettin, eventuell dann noch Dölau, Lieskau usw. dazu. Nachteile sind nicht nur die Senkung der Lebensqualität durch Lärm, Feinstaub und mehr Verkehr, etc. sondern auch der massive Wertverlust des Eigentums. Ein Haus oder Grundstück neben so einer Schnellstraße ist schwer verkäuflich. Das sieht man zurzeit in Dautzsch und Diemitz, wo aufgrund der Osttangente die Immobilienpreise stark unter Druck geraten.

Zitat aus einer Studie über Stickoxid/Feinstaub-Belastung als Ursache von Demenz: Für immer mehr gesundheitlichen Risiken wird die Luftverschmutzung durch den Verkehr und die Industrie verantwortlich gemacht. Belegt ist das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen und für Erkrankungen der Atemwege. Möglicherweise erhöht Ruß die Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika, verringert die Knochendichte und verändert die Spermien. Jährlich sterben Millionen von Menschen vorzeitig an den Folgen des Feinstaubs in der Luft. Für die WHO ist Luftverschmutzung die schlimmste Umweltgesundheitsgefährdung. Nach dem Umweltbundesamt sind in Deutschland bei Erwachsenen über 30 Jahren aufgrund von Schätzungen "etwa 11% bis 14% aller Todesfälle aufgrund kardiopulmonaler Erkrankungen und etwa 16% bis 20% aller Todesfälle infolge von Lungenkrebs auf den Umweltstressor Feinstaub zurückzuführen".

Nicht nur die Bürger in Halles Norden werden die Auswirkungen der geplanten Baumaßnahmen spüren. Durch die großen, geplanten Gewerbegebiete wie der Star Park II, die mit der Nordtangente geschaffen und angebunden werden sollen, wird es noch mehr Nachtflüge der DHL geben. Dazu einfach die Begründungen der Firmen, die sich in den letzten Jahren im Star Park I angesiedelt haben, ansehen.

Jobs schaffen

Die Nordtangente schafft Jobs! Einerseits beim Bau, andererseits durch die neuen Gewerbegebiete an derselben. Wie viele gut bezahlte Jobs müssten geschaffen werden um Ausgaben von mehr als 100 Millionen Euro (Nordtangente + Gewerbegebiete) zu rechtfertigen? Die bisherigen Ansiedlungen im Star Park I waren oft Logistikunternehmen (Transportieren, Lagern, Umschlagen, Verpacken). Der digitale Wandel macht auch in der Logistikbranche nicht halt. So wie man vor 20 Jahren noch kein Smartphone kannte, kann heute nicht jeder die zukünftige Entwicklung vorhersehen. Es gibt aber kein Experte, der daran zweifelt, dass massiv Arbeitsplätze in der gesamten Logistikbranche u.ä. wegfallen. Ein besonders hohes Substituierbarkeitspotential von 70% (also Jobverlust durch Automatisierung und Digitalisierung) weisen Logistikberufe auf - sagt die aktuelle Studie der Bundesagentur für Arbeit! Ein Blick nach Amerika oder den Plänen von Amazon und der Deutschen Post lässt ahnen was da kommt. Das muss nicht schlecht sein, wenn saisonale prekäre Lagerarbeitsplätze [1] [2] [3] [4] [5] wegfallen und dafür bessere in der Dienstleistungs- oder Kreativbranche entstehen. Die Budgetverteilung der Stadt Halle setzt da genau die falschen Prioritäten.

Infrastrukturmaßnahme

Seit 1933 gelten der Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen als Infrastrukturmaßnahmen. Heute, fast 100 Jahre später, ist jedoch nicht mehr das Ruhrgebiet der wirtschaftliche Mittelpunkt der Welt, sondern München, London und das Silicon Valley. Waren bis vor 10 Jahren die wertvollsten Unternehmen der Welt noch Banken und Ölkonzerne, so sind es heute der Reihe nach: Apple, Google, Microsoft, Amazon, Facebook! Auf Platz 7 und 8 folgenden die chinesischen Techgiganten Tencent und Alibaba.
Was aber heißt eine gute Infrastruktur für diese Firmen? Gute Straßen oder "moderne" Dieselautos sind es nicht! Es ist die gute Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen, Kapitalgeber, weiterhin hohe Risikobereitschaft, moderne Firmenkultur, alles tun um junge Talente anzuziehen, die Vernetzung zwischen Unternehmen. Für viele ist der wichtigste Erfolgsfaktor des Silicon Valley die Talente, also die innovativer Jungunternehmen. Halle hat diese auch, z.B. Stefan Groschupf aus Halle, leider ist er 2006 aus Halle weggegangen, da er hier keine Unterstützung erhielt. Bis heute hat er 8 Unternehmen im Silicon Valley gegründet und dafür 100 Millionen Dollar Kapital bekommen, damit ist er einer der ganz Großen - nur leider nicht in Halle. Groschupf glaubt an den Innovationsstandort Deutschland und weiß um das Potenzial in seiner Heimat: „Insbesondere in Mitteldeutschland gibt es viele gutausgebildete Absolventen, vor allem im Bereich IT. Aber die Strukturen müssen sich ändern. Die Universitäten müssen ihr Potenzial stärker fördern. Das Land muss jungen Leuten mit Ideen Perspektiven bieten.“ [1]
Halle hat viele Voraussetzungen zukunftsfähige Unternehmen und Jobs zu schaffen, es müssen nur die richtigen Weichen gestellt werden. Heute hat Halle mit 3 umschließenden Autobahnen am Stadtrand (A14, A143,A38) eine der besten Verkehrsanbindungen in Deutschland. Die nächsten Millionen müssen in die Infrastruktur gesteckt werden, die heute wichtig ist.

Unüberlegt und gefährlich

Offensichtlich wird folgender Fakt von den Protagonisten verschwiegen oder aus Unkenntnis nicht berücksichtig:
Die angedachte Trassenfreihaltung Nordtangente führt komplett über Altbergbaugebiet / Senkungsgebiet und eine große Aschenspülhalde. Dies hat bereits die DEGES - Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH bei der Planung und Ausführung der A14 berücksichtigt und musste deshalb die urspürgliche Planung aus den dreißiger Jahren über Sennewitz/Morl aufgeben. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts enstanden im Norden von Halle, von der Frohen Zukunft über Mötzlich bis in die Trothaer und Seebener Flur verschiedene Gruben, die die 30m tief liegenden Braunkohlenschichten abbauten. Wo genau die Stollen verliefen, ist heute nicht immer nachvollziehbar. Großflächige Absenkungen am Goldberg und die beiden Posthornteiche sind die Folgen.1
Zum Thema empfehlen wir deshalb dringend allen beteiligten Planern folgende Broschüre:
Günter Krummbiegel und Max Schwab: Saalestadt Halle und Umgebung – ein geologischer Führer Teil 1 und 2 – 1974
Teil 2 S. 27 ff. – Die Braunkohlengrube „Karl Ernst"und der Braunkohlenbergbau im Norden von Halle
Auch das Landesamt für Geologie und Bergwesen in der Köthener Straße besitzt sicherlich einiges an Material und Karten zum Altbergbau. Was passiert, wenn man auf nicht standfesten Grund baut, kann man an den Senkungen und der damit erfolgten Totalsperrung auf der A 20 bei Tribsees oder auf der seit 8 Jahren gesperrten, ehemaligen Bundesstraße B71 bei Bernburg sehen.

Blockiert zukünftige Stadtentwicklung

In den letzten Jahren wurde praktisch jede Baulücke in Halle bebaut. Und der Bedarf an Wohnraum in bestimmten Gebieten ist hoch und wächst. Diese Gebiete sind weniger Neustadt, Südstadt oder das Gebiet der Deutschen Bahn im Osten, sondern gerade die Bereichen, die die Nordtangente begrenzen würde: Frohe Zukunft, Gottfried-Keller-Siedlung, Trotha und dann mit der Saalebrücke und Weiterbau: Kröllwitz, Heide-Nord usw. Intelligente Stadtentwicklung sieht anders aus. Halle wird flächenmäßig wachsen - der Kraftfahrzeugbestand in Halle hingegen stagniert seit Jahren.


Noch kannst Du das geplante Gewerbegebiet Tornau, und damit die Nordtangente verhindern!!